Ein Jahr Freiwilligendienst in China

Was mache ich nach der Schule?
Das ist eine Frage, die sich die meisten stellen und eine konkrete Antwort gibt es oft nicht.Die Antwort muss jeder selber finden. Ich möchte dir heute eine der Antwortmöglichkeiten vorstellen und wer weiß, vielleicht ist es was für dich. Das Thema ist das sogenannte freiwillige Auslandsjahr. Ich möchte ein freiwilliges Auslandsjahr in China vorstellen, da mein Bruder das im letzten Jahr gemacht hat und ich deshalb viele Infos darüber habe.

Das Land China liegt in Asien und hat mit über 1,386 Milliarden die meisten Einwohner der Welt. Trotz der hohen Zahlen achten die meisten Menschen darauf, dass ihre Kinder zur Schule gehen. Mein Bruder ist am 1. September 2016 nach Ximeng gereist, das ist eine kleine Stadt in der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas. Die Provinzen sind in China so etwas wie in Deutschland die Bundesländer, nur dass sie viel viel größer sind. Dank dem Projekt Baumhaus, das vom Freiwilligendienst weltweit unterstützt wird, konnte mein Bruder an der Yi Zhong Schule in Ximeng ein Jahr als Englischlehrer arbeiten. An dieser Schule können  Kinder und Jugendliche von der 5. bis zur 12. Klasse von Montag bis Samstag lernen. Ihre Tage sind sehr lang. Im Schnitt beginnt der Unterricht um 7.40 Uhr und endet für die älteren Schüler manchmal erst um 21.35 Uhr. Dazwischen gibt es eine 2,5 stündige Mittagspause und einige kürzere Pausen. Da viele Schüler weit weg in kleinen Dörfern wohnen, schlafen sie oft in Gemeinschaftszimmern in einem Wohnheim der Schule. In einer Klasse sitzen zwischen 40 und 50 Schüler und werden gleichzeitig unterrichtet. Das ist für uns hier in Deutschland sehr schwer vorstellbar. Am Ende des Schuljahres müssen die Schüler Prüfungen bestehen, um die Schule weiter besuchen zu können.

An den ersten Tagen wurde mein Bruder nach seiner Aussage häufiger eingeladen als in seinem ganzen Schulleben. Die Speisen waren gewöhnungsbedürftig, da die Chinesen fast alles essen. So landeten auf seinem Teller zum Beispiel in einer Hühnersuppe der gesamte  Kopf, Hals und die Hühnerbeine, außerdem gab es auch verschiedene Larvensorten und Reis mit Ameisen. Das Essen ist allgemein sehr scharf oder sehr süß und es gibt kaum Fruchtsäfte.

An Weihnachten wollten wir, die in Deutschland geblieben sind, meinem Bruder ein paar Geschenke in Form von Paketen schicken, doch gleich das erste Paket wurde wegen einer kleinen Insektensprühflasche wieder an uns zurückgesendet. Es ist echt kompliziert dieses System der Fernpost. Doch am Ende hat es dann doch oft irgendwie funktioniert. Bis auf ein Paket sind alle irgendwann angekommen. Die Chinesen selbst feiern nicht direkt Weihnachten. Sie schenken sich zu Weihnachten nur in Papier gehüllte einzelne Äpfel, was ich persönlich aber sehr lustig und irgendwie niedlich finde.

Während der Neujahrsferien, die vier Wochen dauern, kann man in China nirgendwohin fahren, da die Züge, Flugzeuge und Autobahnen völlig überfüllt sind. Alle Chinesen fahren zu dieser Zeit nämlich zurück zu ihren Eltern und Großeltern, um mit denen gemeinsam das Neujahrsfest zu feiern. Und dass die Chinesen die Erfinder des Feuerwerks sind, zeigen sie zu jedem möglichen Anlass, denn sie zünden gern Böller zu Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Feiern.

Im Sommer ist für die chinesischen Schüler Prüfungszeit und dann Ferien. Deshalb hatte mein Bruder schon mehrere Wochen vor dem eigentlichen Schuljahresende frei und konnte sich das Land noch ein bisschen anschauen. Er reiste zum Beispiel nach Shanghai, besuchte Pandas  in einer Aufzuchtstation und wanderte zu der berühmten Tigersprungschlucht, der tiefsten Schlucht der Welt, bevor er am 31.8.2017 aus China wieder zurückkam, um mit seinem Studium in Dresden zu beginnen.

Also man sieht, dass andere Kulturen sehr interessant sein können. Man muss sie nur kennenlernen.

gesine-1  Chinesischer Markt                                                                                                                                                      Gesine 9b


Urlaub in den Sommerferien                                                                                                                                             

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Krabben Spezialität                                              Reis mit Ameisen

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